Seiten

Samstag, 4. März 2023

Das Bunte Nichts

 


Als sie denn alle so beisammen saßen, der Dingefinder, der Sohn, die Zeithaberin, Lümmel-Ricke, all die Tiere, da sagten sie sich, wie man sich in Bremen so sagt: „Etwas besseres als den Tod findest du überall!“ Und sie schauten sich die Welt an, und die Welt schaute sie an, und da sagten sie: „Wohlan, die Schönste biste nicht!“

Gibt es nicht auch die acht lustigen Könige, die Morgenlandfahrer und Kuttel Daddeldu? Ist das denn nichts? Und bunt ist es dazu. So kam das Bunte Nichts zu ihnen. Und das Bunte Nichts fühlte sich wohl bei ihnen, denn es ist gerne da, wo es fröhlich ist. Und seitdem das Bunte Nichts bei ihnen ist, lächelt die Welt.

Du kannst glücklich sein,
solang Du nicht vergisst,
dass jedes Glück
ein Augenblicksglück ist.

Dingefinder & Sohn

P.s.: Wie das Bunte Nichts entstand: Mein Sohn war gerade acht Jahre alt. Ich hielt meinen Mittagsschlaf, hatte jedoch vergessen, meinen Computer auszustellen. So hatte sich mein Sohn des Grafikprogramms bemächtigt und malte still vor sich hin. Unter anderem die obige Grafik. Nachdem ich meinen Mittagsschlaf beendet hatte, schaute ich mir seine Werke an. Als ich fragte, was das Bild oben wäre, antwortete er „Das bunte Nichts“. Da machte ich mir dann einen Reim darauf. . . Später reimten wir auch zusammen über das Bunte Nichts. Doch das ist eine andere Geschichte.

Das Bunte Nichts

Das Nichts ging einsam
durch die Stadt.
Was nicht verwundert,
da das Nichts ja gar nichts hat.
Und niemand sah es einsam gehen.
Auch das ist einfach zu verstehen.
Das Nichts ist weniger als irgendwas,
es ist halt nichts, nicht dies, nicht das.
Nur ein Kind stand da,
mit offnem Mund.
Als einziges sah es das Nichts,
und es sah:
Das Nichts ist bunt.


Kartenspielen

Das Nichts, der Raum und auch die Zeit,
die saßen so zu dritt beim Weine.
Der Raum erging sich da in Langeweile
und schlug deshalb ein Skatspiel vor.
Die Zeit trieb es darauf davon, in großer Eile.
Mit den Worten: „Skat ist nur ein Zeitvertreib,
darum spielt mal schön alleine!“

Das Nichts und auch der Raum,
die nahmen es damit nicht so genau,
und spielten trotzdem Karten,
zwar nicht Skat, aber Maumau.


Die Erschaffung des Nicht-Nichts

Als Gott das Nichts erschuf
(denn erschaffen, das ist sein Beruf),
da sagte er sich: Das ist zwar schön,
so von der einen Seite aus gesehn,
doch aus Gründen der Polarität,
die als Prinzip der Welt besteht,
müsste noch ein Nicht-Nichts entstehn.

Die Muttergottes sagte: Wohlgetan!
Doch wie? Doch wie? fängt man das an?
Du hast zwar (auch aus Polarität)
den Deubel geschaffen, doch wie entsteht
ein Nicht-Nichts
aus Nichts?

Angesichts
dessen, dass es dieses Nicht-Nichts nicht gab
schaffte Gott sich einfach selber ab.

Jedoch war nun das Nichts betrübt,
gewohnt, dass es den Schöpfer gibt,
fühlte es sich doch allein.
(So ein Nicht-Nichts war da kein Ersatz)

Es klagte,
sagte:
So ein Nicht-Nichts ist ja nett,
doch ich hätt´
gern
zurück den alten Herrn.

Dieser ist ein barmherziger Mann,
deshalb schaffte er sich selbst wieder an.
Und ich denke, es ist gut,
daran zu denken, dass sein Hiersein
damit letztlich auf dem Nichts beruht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen