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Montag, 26. Oktober 2026

Das Gedicht Weltwehe von August Stramm mit Illustrationen von Hugo Meier Thur

 








































Hamburger Handdrucke, Erstes Buch der Zierbücher, Druck der Werkstatt Lerchenfeld zu Hamburg unter Leitung von Johannes Schulz, Verlag Der Sturm, Berlin 1922

August Stramm, geboren am 28. Juli 1874 in Münster, gestorben, „gefallen“, beim Angriff auf russische Stellungen bei Horodec, heute Weißrussland am 1. September 1915.. Er war wegweisender Dichter und Dramatiker des Expressionismus durch damals unerhört neue Sprachexperimente. Einer der vielen Dichter der expressionistischen Generation, die aus diesem sinnlosen Krieg nicht zurück kamen. Das Gedicht Weltwehe entstand 1915 und erschien zuerst in der Zeitschrift Der Sturm im April 1915.

Hugo Meier-Thur (eigentlich Arthur Hugo Meier); geboren am 26. Oktober 1881 in Elberfeld; ermordet am 5. Dezember 1943 im KZ Fuhlsbüttel, expressionistischer Graphiker und Maler. In der Zeit von 1910 bis 1943 lehrte er an der Kunstgewerbeschule Hamburg, die in der Zeit des Nationalsozialismus in Hansische Hochschule für Bildende Künste umbenannt wurde. Nach Denunziationen wegen seiner Äußerungen gegen das NS-Regime wurde er 1943 nach einer niedergeschlagenen Anklage beim Volksgerichtshof in „Schutzhaft“ genommen und nach schwerer Folter von der Gestapo ermordet.

Von 1908 bis 1910 studierte er an der Kunstgewerbeschule am Lerchenfeld in Hamburg bei Carl Otto Czeschka. Nach Studienabschluss wurde er als Lehrkraft verpflichtet und unterrichtete Graphik und Typographie, nach dem ersten Weltkrieg war er seit Januar 1919 wieder an der Kunstgewerbeschule als Lehrkraft tätig, ab 1927 im Rang eines Professors.

Seit 1935 zeichnete sich ein Konflikt mit dem NS-Regime ab, als 15 Exemplare seiner 1922 entstandenen expressionistischen Illustrationen zu Welt-Wehe. Ein Schwarzweißspiel in Marmorätzungen zu einem Gedicht von August Stramm als „entartet“ aus der Erfurter Sammlung des Angermuseums entfernt wurden. 1937 schließlich wurden weitere acht Exemplare von „Welt-Wehe“ aus der Hamburger Kunsthochschule beschlagnahmt und später vernichtet.

Anfang September 1943 wurde er verhaftet und in das Gestapo-Quartier in der Johnsallee abtransportiert, im Oktober 1943 wurde er als „Schutzhäftling“ in das KZ Fuhlsbüttel verbracht wegen angeblichen Verstoßes gegen das „Heimtückegesetz“. Dort wurde er am 5. Dezember 1943 bei einem Verhör nach schwerer Folter ermordet.


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