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Freitag, 4. September 2026

Deutungen: 4. September

 



4. September

Heute morgen noch zuversichtlich im Flow - dann „der Tag als der Regen kam“, mit dem einsetzenden Regen veränderte sich die Tagesenergie ins melancholisch-herbstliche. In solchen Situationen lässt sich lernen, ob der trübe Tag tiefer in die Seele eingreift, oder ob die Hinnahmefähigkeit sich ausgebildet hat. Es gibt nicht nur Flut im Leben, doch wie weit eine Stimmung die Seele aufwühlt, liegt daran, wie tief ich mich einlasse. Dafür gibt es keine Roadmap, ich vermag darüber auch keine Chautauqua abzuhalten.

Noch einmal zurück zum gestrigen Posting. Auch ich hatte mich dem ersten Abschnitt gedanklich des Tao Te King angenommen. Inspiriert davon schrieb ich folgendes Gedicht:

Wandern (TAO)

Das Leben:
Ein Mäandern.
Ein Wandern.

Du deutest die Zeichen
in Dingen
am Wegesrand.

Hältst
Zauber
in der Hand.

Wer mit einer Wanderung beginnt,
weiß vorher nie,
wo sein Weg endet.

Ganz eins mit sich
verblasst die Phantasie,
doch ist kein Schritt verschwendet.

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Benennen
meint nicht „Kennen“.
Beim Namen nennen
lässt
sich die Gegenwart nicht.
Hier wurzelt und beginnt
die Vielheit aller Wesen,
die gegenwärtig sind.

Wir treffen uns
im gegenwärtigen
Geheimnis.
Weder Dunkelheit noch Licht
lassen uns die Zeichen lesen,
wenn die Zeit
nicht namenlos verrinnt.

Ein unsichtbares Tor,
durch das hervor
die Wunder in das Leben steigen,
ein wundersamer Reigen
von blütengleichem Glanz
lädt uns zum Tanz,
wir tanzen das „Ist“, das „Sein“, das „Ich bin“,
namenlose Wogen tragen uns dahin.

¨˜“ª¤.¸* ☸ *¸.¤ª“˜¨


Dies ist nun weniger eine Nachdichtung, schon gar keine Übersetzung, es ist das Echo meiner eigenen Seele auf das bei Laotse gelesene.

Hier ein von mir eingesprochenes Video dazu: Wandern (TAO)
Das Bild oben ist von der 2017 verstorbenen Fredelsloher Künstlerin Andrea Rausch, mit freundlicher Genehmigung der Hedi-Kupfer-Stifung als Nachlassverwalterin.

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