Heute am frühen Morgen, auf dem Weg zur Backstube, schaute mich der Viertelmond milde durch einen Halo an, gerade so viel Licht spendend, dass Wald und Landschaft sanft eingetaucht war in eine Art Elfengespinst. Das war schon mal sehr schön, so als Tagesbeginn. Auf dem Rückweg dann, so zweieinhalb Stunden später, durfte ich dann noch ein vierblättriges Kleeblatt finden. So im vorbeigehen, am Wegesrand. Ich kann mich wie ein Kind über so etwas freuen.
Das Kleeblatt habe ich weitergegeben. An die Liebste. Dass es ihr Glück bringe. Und mir auch. Mit den vierblättrigen Kleeblättern und dem Glück ist das auch so eine Sache. Denn diese Kleeblätter bringen nicht per se Glück. Es gibt da einen Zauber: Du musst ein gefundenes vierblättriges Kleeblatt verschenken, dass es Glück bringe. Dem oder der Beschenkten. Über diesen Umweg dann wird es auch Dir Glück bringen, denn das Glück hat die Tendenz, sich zu vermehren, wenn es verschenkt wird.
Mir hat es auf jeden Fall Glück gebracht. Also, bis jetzt. Zwar heißt es, „man soll den Tag nicht vor dem Abend loben“, doch sehe ich das differenzierter. „Man soll den Tag nicht vor dem Abend verfluchen“, so herum wird für mich ein Schuh daraus. Und die Zahl vier mag ich.
Da gibt es die vier Mondphasen, Neumond. Vollmond, dazwischen die Halbmonde, „Viertelmonde“ genannt, zu deren Zeiten jeweils ein Wandel zu geschehen vermag. Oft so etwas Banales wie ein Wetterwechsel. Dann gibt es die vier Elemente. Damit sind nicht die chemischen Elemente gemeint, so wie ein Spötter doch meinte, heutzutage gäbe es 118 Elemente. Das, was mit „Elementen“ gemeint ist, sind Seinsqualitäten. Wenn ich mich auf „vier Elemente“ beziehe, stelle ich mich in die Tradition der westlichen (europäischen) Philosophie. Die Natives Nordamerikas, welche in einer adäquaten Klimazone wie wir leben, haben eine ähnliche Grundlage. Auch bei ihnen gibt es Feuer (Wärme), Luft, Wasser, Erde.
Diesen vier Elementen sind jeweils verschiedene Seinsqualitäten zugeordnet, so zum Beispiel die vier Jahreszeiten, Frühling, Sommer, Herbst und Winter; auch die Himmelsrichtungen, Osten, Süden, Westen, Norden; und auch die Mondphasen: Der zunehmende Mond ist dem Element Feuer zugeordnet, der Vollmond dem Element Luft, der abnehmende Mond, der Neumond dem Element Erde.
Zu den vier Elementen werde ich mich in späteren Tagen gewiss noch weiter äußern, spielten sie doch in den Deutungen der Erscheinungen in anderen Zeiten eine große Rolle. Doch für den heutigen Tag gibt es noch weiteres zu berichten: Das Labyrinth in der Klosterkirche wurde wieder gelegt. Mit Kieselsteinen wurde ein Labyrinth gelegt, dass an das Labyrinth in der Kathedrale von Chartres angelehnt ist, welches wiederum auf keltische Ursprünge verweist. Ich freue mich schon darauf, wieder flötespielend meinen Gang durch Labyrinth am Morgen zu tätigen. Ein kleines Ritual, das ich mir angewöhnt hatte in den Zeiten, als dieses eigentlich heidnische Symbol in unserer Kirche zu finden war. Nächstens mehr. . .
Das Foto ist von der Website der Klosterkirche Fredelsloh
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