Myrte Jilája an Jonne Yrjö
Der alte Pflaumenbaum, der einst im Herbststurm brach,
treibt aus dem Moderstumpf die neuen Triebe,
es ist noch Musik überall, wenn du zu lauschen vermagst:
Ein jeder Tag hat sein eigenes Lied.
Wenn ein leiser Wind durch die
Baumwipfel zieht
und die Dämmerung
die Klänge geheimnisvoller werden lässt,
ein tausendfältiges Summen
im Geäst
dich zum Verstummen
bringt,
dann ist es die liebende Erde selber,
die singt.
Myrte Jilája: Im Garten
Manchmal kommen die Worte in meinen Garten,
Wenn ich Dünger streue oder Blüten säe.
Erst stehen sie am Zaun, als wollten sie noch warten.
Manchmal sind die Worte scheu wie Rehe.
Sie wollen mich bei der Arbeit nicht stören.
Doch dann kommen sie leicht wie der Wind
In meine Träume von Blüten, Äpfeln und Möhren,
Weil Worte wie spielende Kinder sind.
Neugierig tanzen und tänzeln sie heran,
Lachend ergänzen sie einem Vers den Reim,
Dann kugeln sie zurück in den Tann
Und kichernd laufen sie heim.
Das Bild ist von Eugeniuz Zak (1884 - 1926)
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