Winternachtglanz
Ringsum der Schnee, und funkelndes Schimmern,
Mond über dem Haupt, Milchstraße unter den Füßen,
träumte, ohne Träumer zu sein, aus Kristallflimmern
erwuchs ein trautes Grüßen.
Wollte eisgestickte weiße Lilien zum Geschenk dir reichen,
im hellen Auge deiner Zärtlichkeit glücksgebadet spielen,
die Sterne sammeln, die bei den überfrorenen Teichen
in die bereiften Seggen fielen.
Ein Wegekreuz in der Nacht, in der Mitte ein „Hier!“,
ein Wegweiser der, geknickt, sternwärts wies,
und die weiße Landschaft lag unberührt vor mir
wie der Weg ins Paradies.
Anmerkung zu „und die weiße Landschaft lag unberührt vor mir /
wie der Weg ins Paradies.“ Als der Dichter Jakob Haringer, geboren am 16. März 1898, am 3. April 1948 in Zürich an einem Herzinfarkt verstorben aufgefunden wurde, steckte in einer Schreibmaschine ein Stück Papier, auf dem diese beiden Zeilen standen.
Das Bild ist von Nicholas Roerich (1874 - 1947)
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