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Dienstag, 18. August 2026

Deutungen: 2. August 26

 



Deutungen


Das erste Posting von einem Projekt, das ich dieses Jahr am 2. August begonnen hatte. Kein "Diary", Tagebuch, keine Literatur, kein innerer Monolog. Was dann? Ein Innehalten im Strom der Geschehnisse und der Zeit, ein Besinnen auf mein eigenes Inneres, ein Erhaschen von vorüberfliegenden Gedanken. Wohin das führt? Vielleicht mitten in die Petersilie.

2. August: Ein neues Beginnen. Das eigentliche Beginnen lag auf gestern, dem 1. August. Doch da war noch ein Verhalten in mir. Heute ist da ein Voraus. Wir befinden uns in den Hundstagen (23. Juli - 23. August).

„Im Laufe der Zeit hat sich durch die Verschiebung der Erdachse auch der Zeitraum der ursprünglichen Hundstage um etwa vier Wochen nach hinten verlagert. Heute ist der Sirius-Stern über Deutschland erst frühestens Ende August mit voller Leuchtkraft zu sehen und deutet auf den nahenden Herbst hin. Auch die heißesten Tage des Jahres treten statistisch gesehen schon Anfang Juli auf.“ (Website „Mein Gartenexperte“ - Hundstage 2026: Bedeutung, Zeitraum und Bauernregeln).

Auch hier wieder die Verschiebung im Laufe der Zeiten, ähnlich wie bei den Sternbildern, auch die Daten der Tierkreiszeichen sind heute etwa einen Monat verschoben im Vergleich zu dem Zeitpunkt, an dem die Sonne die entsprechenden Sternbilder passiert. „Diese Daten wurden vor mehr als zweitausend Jahren festgelegt, aber heute haben sich die Dinge geändert. Zum Beispiel trifft der Widder die Sonne jetzt um den 19. April (das genaue Datum hängt vom Jahr und Ihrer Zeitzone ab) statt am 21. März. Die meisten Menschen, die sich als Widder bezeichnen, wurden also geboren, als die Sonne in den Fischen stand.

Der Grund für diese Zeitverschiebung ist die Präzession der Erdachse. Unser Planet ist wie ein Kreisel: Er ist an den Polen abgeflacht und hat am Äquator einen Wulst. Die Gravitationskräfte von Mond und Sonne spielen dabei eine Rolle. Die Erde wackelt also, wenn sie sich dreht, und ihre Achse folgt einem Kegel mit einem Radius von 23,5°. Dieses Wackeln nennt man Präzession der Erdachse oder Präzession der Äquinoktien. Jede Umdrehung dauert einen Tag, aber jedes Taumeln um den Kegel dauert 25.800 Jahre. Diese Bewegung lässt den Blick auf den Tierkreis von der Erde aus langsam altern, sodass sich die Sternbilder pro Menschenleben um etwa 1° nach Osten verschieben.
“ (Website Star Walk - Sternzeichen und Sternbilder am Himmel: Was ist der Unterschied?)

So zeigt sich auch hier die Brüchigkeit von Traditionen, und es zeigt sich mehr und mehr, dass wir keine Vergangenheiten haben, auf die wir zurückgreifen können, um dem entstehenden Neuen zu begegnen. Welche Möglichkeiten haben wir als Einzelmensch, das beginnende Neue mit zu gestalten, mit zu formen; und nicht einfach nur zu Begegnen? Ist die Kraft des einzelnen wirklich so klein, dass es um ein einfaches Hinnehmen, dessen was geschieht, geht?

„So fremd oft ist mir diese Welt / es webt in mir auch eine andere“ - Ich werde beginnen, sie aufzuspüren. Heute blühen schon die Goldruten vor der Alten Schule, zu früh für mein Gefühl, gemahnt das doch schon an den Herbst, auch dass die Herbstanemonen neben der Hundertjährigen Rose hier im Ort seit über einer Woche erste Blüten zeigen, unterstützt dieses Gefühl. Beide Arten haben zwar eine Blütezeit von Juli bis Oktober, also hier wäre nichts, was außerhalb der Norm stände, doch unterstützt der Anblick der Blüten die leicht melancholische Note, die meine Seele heute durchzieht.

Wir streichen aus alle, die wir kennen - uns eingeschlossen -“ (Witthüser & Westrupp, Orienta), da wäre vielleicht noch anzumerken: „Wir streichen aus alles, was wir kennen“. Ich bin mir nicht sicher, was das hier werden mag, und wohin es führen möchte. Eines jedoch weiß ich: Ich habe nicht vor, ein Tagebuch zu führen. Ich möchte nicht an so enge Grenzen gekoppelt sein, jeden Tag etwas zu schreiben, weder Unbedeutendes noch Bedeutendes, nur wenn es an der Zeit ist, sich selbst zu erklären, etwas in sich selbst zu klären, möge das hier Eingang finden.

Meine Bereitschaft zu diskutieren ist mittlerweile gegen Null gesunken. Das liegt weniger daran, dass ich keinen Widerspruch und keine Kritik vertragen kann, sondern mehr daran, dass mir an einem Schlagabtausch nicht gelegen ist. Vieles muss sorgsam durchdacht sein, möchte aufmerksam beobachtet und gründlich recherchiert sein, um dann in Muße durchgesprochen zu werden. Es ist schon bemerkenswert, dass in einer Zeit, in der so viel an Information via Internet zur Verfügung steht, sich so wenig Zeit genommen wird, noch Argumente auszutauschen, zu prüfen und wieder auszutauschen. Es wird wohl auch etwas mit der Verrohung der Internetkommunikation in den „sozialen Medien“ zu tun haben. Da wird als Kommentar etwas rausgehauen, oft noch mit mehr oder minder subtilen persönlichen Beleidigungen garniert, noch ein Meme und ein link zu einem Video oder einem Zeitungsartikel darunter drapiert, und fertig.

Kein sorgsam ausgeführter eigener Gedanke dabei, keine selbst verfasste Zusammenfassung dessen, was man transportieren möchte. Keine Zeit. Dieser Stil hat sich im Laufe der Zeit mehr und mehr auch auf die persönlichen Gespräche übertragen, so ist mein Eindruck. Das lässt mich mehr und mehr verstummen.