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Montag, 18. April 2016

Aus Dingefinders unergründlicher Plaudertasche: Möglichkeiten

 "Sie (die Seminolen, Native Americans) scheinen frei von Wünschen und Begehren zu sein. Kein grausamer Feind zum Fürchten; nichts, das ihnen Beunruhigung bereiten könnte, außer den allmählich zunehmenden Übergriffen der Weißen. Solcherart sich behauptend und ungestört, erscheinen sie munter und frei wie die Vögel in der Luft, und wie diese fröhlich und tatendurstig, harmonisch und lärmend. Der Anblick, die Bewegungen und das Verhalten der Seminolen stellen das meist beeindruckende Bild von Glücklichsein in diesem Leben dar; Vergnügen, Lebenssinn, Liebe und Freundschaft, ohne Tücke oder Erregungszustände, scheinen ihnen angeboren oder in ihrer lebendigen Geisteshaltung vorherrschend zu sein, denn sie verlassen sie erst mit dem letzten Atemzug."

William Bertram, 1739 - 1823, "Reisen durch Nord- und Süd-Carolina, Georgia, Ost- und West-Florida, das Cherokee Land etc.."

"Willst du denn wirklich zurück zu dem Leben der Natives?", werde ich oft gefragt. Nein, ich will nirgend wohin zurück, nicht in die Steinzeit, nicht zur Natur, nicht ins Mittelalter und nicht zurück in den Mutterbauch. "Alles Vergangene endete im heute". 

Das obige Beispiel aus historischer Zeit zeigt mir jedoch, dass es auch im Menschen angelegt ist, ein solches Leben zu führen. Ich möchte hier jetzt nicht auf die Frage hinaus, ob der Mensch prinzipiell gut oder böse sei. Ob das "sogenannte Böse" etwa in den Genen angelegt sei. Ich möchte "den Menschen", und damit mich selber auch, nicht auf irgendeine Stereotype festlegen.

Doch dass es so glücklich lebende Menschen wie die Seminolen gab, bezeugt, dass es uns Menschen, und damit auch mir, prinzipiell möglich ist, ein solches Leben zu führen. Glücklichsein in einer Gemeinschaft ist in uns angelegt. 

Das wiederum finde ich beruhigend. Und ich folge dieser Spur lieber, als der des "sogenannten Bösen". Warum? Einfach, weil ich mich damit wohler fühle.

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